Was sind IBAN, BIC und SEPA?

Musstet ihr schon mal Geld überweisen und wart erschlagen von den ganzen Abkürzungen? IBAN, BIC, SEPA, SWIFT…Was ist das eigentlich alles und wofür ist es gut?

In diesem Artikel lernst du:

  • Was IBAN, SEPA und BIC sind
  • Wofür sie nötig und gut sind
  • Wo du deine eigene IBAN findest
  • Und welche Möglichkeiten du hast Geld in Nicht-IBAN-Länder zu überweisen

Es gibt Beiträge, die schreib ich relativ schnell, weil ich mich mit dem Thema schon einmal befasst habe oder weil es von überschaubarer Schwierigkeit ist.

Und es gibt welche, wo ich von vornherein weiss, dass es schwierig wird, weil ich selbst noch nicht wirklich Ahnung von der Thematik habe.

Und dann gibt es Artikel, wo ich DACHTE ich wüsste den Großteil schon und wo ich dann schnell feststellen muss: Nö, eigentlich hab ich gar keine Ahnung gehabt. Und dieser hier ist so einer.

Woher stammen die Begriffe IBAN, BIC und SEPA eigentlich?

Alle Begriffe entstammen der Welt des Zahlungsverkehrs, also der Überweisung von Geld (bzw. Guthaben) von einem Konto auf das andere.

Dabei ist es zunächst egal, ob die Überweisung von Herrn Müllers Konto A auf Herr Müllers Konto B bei der gleichen Bank geschieht oder von Herrn Müller an Herrn Poirot in Paris geht.

Was ist die IBAN?

Die Abkürzung IBAN steht für „International Bank Account Number“ und kann mit „Internationale Kontonummer“ übersetzt werden.

Sie ist nötig, um ein Konto zweifelsfrei identifizieren zu können und löste die alte Kontonummer ab.

Wichtig ist, dass die IBAN (anders als von mir früher gedacht) bei weitem nicht für alle Länder gilt.

Nur eine Auswahl der Länder ist in der IBAN registriert, die genaue Auswahl findest du hier.

Wer jetzt genau hingeguckt hat wird merken: Die USA fehlen ebenso wie Kanada, Australien, Neuseeland, China oder Russland. Also durchaus Länder, in die man vielleicht mal überweisen wollen würde.

 

Wo finde ich meine IBAN?

Eure IBAN findet ihr in euren Kontounterlagen, den Kontoauszügen und aufgedruckt auf eurer EC-Karte. Meist befindet sie sich zusammen mit der BIC (siehe unten) auf der Rückseite der Karte (Ein Beispielbild findet ihr auf dieser Seite).

 

Woraus besteht die IBAN?

Viele denken die IBAN sei eine sinnlose lange Zahlenkolonne und früher mit Bankleitzahl und Kontonummer sei doch alles viel einfacher gewesen.

Zugegeben, die deutsche IBAN ist mit ihren 22 Zeichen nicht grade klein, aber wenn man weiss woraus sie aufgebaut ist, dann wirkt das Monstrum gar nicht mehr so riesig.

Die (deutsche!!) IBAN besteht nämlich aus genau den alten Daten, nämlich Bankleitzahl und Kontonummer. Dafür wird noch der Ländercode gesetzt, sowie eine zweistellige Prüfziffer.

IBAN BIC SEPA
Zusammensetzung der IBAN aus Bankleitzahl und Kontonummer

Wichtig!

Wichtig ist aber trotzdem, dass ihr genau die Nummer eingebt, die auf eurer Kontokarte aufgedruckt ist. Ist die Kontonummer nämlich etwas älter gewesen, so hat sie weniger Stellen als moderne Nummer und die fehlenden Stellen werden mit anderen Zeichen aufgefüllt. Geht also auf Nummer sicher und kombiniert die IBAN nicht selbst.

Was ist die BIC?

Unter der BIC versteht man den sogenannten „Business (oder früher „Bank“) Identification Code“, also die Identifizierungsnummer für ein Bank- oder Geschäftsinstitut.

Damit lassen sich einzelne Bankinstitute genau identifizieren und sie löste die alte Bankleitzahl ab.

Die Firma, die das alles regelt heisst übrigens SWIFT, weswegen die BIC manchmal auch SWIFT-Code genannt wird.

IBAN BIC SEPA
Die BIC bezeichnet die Bank, die IBAN das jeweilige Konto bei der Bank

Wofür brauche ich die BIC?

Ursprünglich war die BIC für Überweisungen in den SEPA-Raum (siehe unten) nötig, die IBAN alleine war fürs Inland ausreichend.

Seit 2016 ist es aber so, dass auch im SEPA-Raum nur die IBAN nötig ist.

Die BIC ist seitdem lediglich für internationale Überweisungen außerhalb des SEPA-Raumes nötig.

 

Warum kann ich trotzdem noch mit KTO und BLZ überweisen?

Genau genommen kannst du das nicht, allerdings bieten viele Banken an die IBAN aus Kontonummer und Bankleitzahl errechnen zu lassen.

Die Überweisung selbst läuft dann trotzdem über IBAN und BIC ab, nur du merkst es selbst nicht.

Was ist SEPA?

SEPA ist die Abkürzung für „Single Euro Payments Area“, zu deutsch also in etwa „Einheitlicher Euro-Zahlungsraum“.

Er umfasst alle EU-Länder plus die Schweiz, Island, Norwegen, Liechtenstein und Monaco.

Ziel war es Überweisungen innerhalb der EU so zu gestalten, dass für dich als Kunden kein Unterschied zu einer Überweisung von Hamburg nach München fühlbar sind.

Das gilt übrigens auch für die Gebühren: Überweisungen per SEPA-Überweisung ins Ausland sind deutlich günstiger und dazu schneller. Überweisungen in Euro sind meist sogar kostenlos, soll in eine andere Währung überwiesen werden (beispielsweise Schweizer Franken oder britische Pfund) dann kostet das manchmal Gebühren.

Auslandsüberweisungen außerhalb des SEPA-Raumes kosten dagegen zum Teil saftige Gebühren und brauchen oft deutlich länger.

Achtung!

Bei falschem Klick im Onlinebanking kann man durchaus auch im SEPA-Raum per Auslandsüberweisung Geld überweisen, mit dem Unterschied, dass es dann hohe Gebühren kostet, die nicht sein müssten.

Also immer drauf achten, dass ihr bei Überweisungen im SEPA-Raum auch die SEPA-Überweisung anklickt.

IBAN BIC SEPA
Zusammenhang zwischen IBAN, BIC und SEPA

Und wie funktionieren jetzt Überweisungen in die Nicht-IBAN-Länder?

Die funktionieren ganz schön kompliziert über Formulare, die man sich erst besorgen muss und viel mehr nötigen Angaben für den Zahlungspartner und und und

Das ist wirklich eigentlich nur nötig sofern man geschäftlich etwas in diesen Länder regeln muss. Für alle privaten Fälle bietet es sich an das Geld auf alternativen Wegen zu versenden.

 

Alternative Wege zur Überweisung:

 

PayPal

Der Empfänger braucht auch ein PayPal-Konto, Gebühren variieren.

 

WesternUnion, MoneyGram etc

Hier kann man das Geld von einer Filiale zu einer Filiale im jeweiligen Land versenden, Gebühren sind relativ hoch.

 

TransferWise

Selbst noch nicht genutzt, aber das Geschäftsmodell ist so genial, dass ich euch es nicht vorenthalten will:

Person A will 100 € von Amerika zu Person B in Deutschland schicken

Person C will 100 € von Deutschland zu Person D in Amerika schicken

Alle Personen haben ein TransferWise Konto.

Die Software von TransferWise erkennt jetzt die Zahlungsströme und statt jeweils 100 € über den Atlantik zu jagen (zu schweineteuren Bankgebühren), werden die 100 € einfach im Inland verschoben.

Also überweist Person A in den USA zu Person D 100 € und Person B innerhalb Deutschlands 100 € an Person C.

Das Endergebnis ist: Person D hat 100 € in den USA, Person C 100 € in Deutschland, das Geld hat nie die Länder verlassen, dadurch sind die Gebühren unschlagbar niedrig. Unfassbar gutes Konzept.

Anregungen, Fragen oder Kritik zu IBAN, BIC, SEPA und Co? Dann schreibt einen Kommentar!

Categories: Wirtschaft

Leave A Reply

Your email address will not be published.