Geld sparen lernen oder Wie sparen ganz einfach wird

Geld sparen lernen ist eigentlich ganz einfach. Wie es am besten geht und wie du es schaffst ohne wirklich auf etwas verzichten zu müssen, das erklärt dieser Artikel!

Warum essen Menschen grundsätzlich die ganze Tüte Chips völlig egal ob deren Inhalt 125 gr, 250 gr. oder nur 50 gr. ist?

Der Grund ist der gleiche warum Hunde sich am…naja egal, die Antwort ist jedenfalls: Weil sies können.

 

Hä? Naja, ich meine damit: Es wird gegessen was da ist, ohne Rücksicht auf die Menge.

 

So ähnlich ist das beim Geld auch: Ist was da, wirds verbraten, ein Grund wird sich schon finden.

Das ist der Grund, warum viele trotz einer Gehaltserhöhung von 200 € pro Monat nach ein paar Monaten wieder bei 0 € am Ende des Monats angelangt sind.

Stichwort hedonistische Tretmühle.

Wie kann ich Geld sparen lernen?

 

Die Grundversion

Das Prinzip ist eigentlich ganz simpel und nennt sich neudeutsch „Pay yourself first“.

Das bedeutet nichts anderes, als dass du nicht bis zum Ende des Monats warten sollst, um zu schauen was übrigbleibt und das dann zu sparen.

Lieber drehst du den Spieß um und bringst den Sparbetrag bereits zu Beginn des Monats auf die sichere Seite und schaust dann wie viel du verbrauchen kannst.

That’s it. Nicht sehr spektakulär oder? Aber höllisch effektiv, denn was nicht mehr da ist, wird nicht ausgegeben.

Und der Kurzschlusskauf des x-ten Paar Sneakers wird ziemlich nachhaltig verhindert, sollte man dafür erst mal Geld vom Tagesgeldkonto holen müssen, statt nur fix die EC-Karte zu zücken.

 

Das Vorgehen ist wie folgt:

1. Bestimmung der monatlichen Ausgaben

Am einfachsten geht das mit Hilfe eines Haushaltsbuchs. Unter den monatlichen Ausgaben befinden sich alle Ausgaben, die über das Jahr verteilt regelmäßig anfallen. Also beispielsweise Miete, Strom, Internet. Aber auch jährliche Ausgaben wie zum Beispiel Versicherungsbeiträge sollten über alle Monate verteilt werden, so dass zum Zahlungstag das Geld vorhanden ist.

Beispiel: Die Hausratversicherung kostet 60€ im Jahr und muss immer im Januar bezahlt werden. Also kommen zu den monatlichen Ausgaben 5€ hinzu (60€/12 = 5€). So sammelt sich über das Jahr verteilt insgesamt 60€ an, die dann pünktlich genutzt werden können.

(Details folgen noch in einem gesonderten Artikel)

 

2. Abzug der monatlichen Fixkosten vom Einkommen

Übrig bleibt nun das Gesamtbudget des Monats, also das Geld das übrigbleibt, wenn alle Verpflichtungen wie Miete etc bedient sind.

 

3. Bestimmung des nötigen Konsumbudgets

Nun musst du für dich entscheiden, wie viel du davon verkonsumieren willst. Am einfach überschlägst du wie viel du im Monat für Kino, Kaffeetrinken im Café, Biergarten etc. ausgibst und legst noch einen kleinen Puffer oben drauf. Diesen Betrag ziehst du nochmals ab.

 

4. Sparbetrag auf separates Konto überweisen

Was übrigbleibt überweist du nun per Dauerauftrag zum ersten eines Monats auf ein separates Giro- oder Tagesgeldkonto.

 

Wichtig ist in den Anfangsmonaten alles gut im Blick zu haben bis es sich etwas eingependelt hat. Nichts wäre blöder als fürs Sparen in den teuren Dispo zu rutschen.

Geld sparen lernen
Grundversion

Die Extended Version

Die Extended Version beinhaltet neben dem normalen Sparanteil, der aufs Girokonto oder Tagesgeldkonto geht, bereits mit den ersten Gehältern (Stichwort Zinseszins-Effekt) einen Teil, der für die Altersvorsorge beispielsweise in einem Aktiendepot oder ähnlichem zurückgelegt wird.

Das Vorgehen ist das gleiche wie für die Grundversion, mit dem Unterschied, dass der Sparbetrag nochmals aufgeteilt wird.

Geld sparen lernen
Extended Version

Der Super-Extended Director’s Cut

Deutlich aufwändiger, aber dafür die beste Lösung.

Auch hier wird das Gesamtbudget nach Abzug aller Fixkosten bestimmt.

Dieser wird aufgeteilt in ein Konsumbudget und einen Sparbudget. Je nach Sparmotivation liegt das Verhältnis bei 1:1 (also 50% Konsum, 50% Sparen) oder wer motivierter ist auch 1:3 (30% Konsum, 70% Sparen) oder mehr.

Beachtet hier bitte auch, dass die tollste Taktik nichts bringt, wenn sie nicht auch eingehalten wird. Dehalb ist ein moderateres Verhältnis von Konsum zu Sparen deutlich besser als ein Beserkersparen, das aber nur hin- und wieder eingehalten wird

Aufgebaut werden vier Töpfe, drei Konsumtöpfe und ein Spartopf:

 

1. Konsum (Girokonto)

Dies ist für den sofortigen Konsum, ähnlich wie in der Grundversion. Hieraus werden Ausgaben wie Computerspiele, der Biergartenbesuch, Kosmetik, Kino, kleine Wochenendtrips etc. bezahlt.

 

2. kurzfristiges Sparen (Girokonto)

Ihr plant eine etwas größere Anschaffung wie beispielsweise einen neuen PC, den Jahresurlaub oder auch neue Möbel in den nächsten Monaten? Dann ist das der richtige Topf dafür.

Kalkuliert wie teuer die geplante Anschaffung ist, wann ihr die Anschaffung plant und richtet dementsprechend einen Dauerauftrag auf ein separates Konto ein.

 

Wichtig: Sparen für Konsumausgaben geschieht selbstverständlich nur aus dem Konsumbudget, das heisst niemals wird die Rate für die Altersvorsorge für einen neuen PC angetastet!

Beispiel:

 

Budget für monatlichen Konsum: 300 €

Geplante Anschaffung PC für 500 € in 5 Monaten

 

Also wird ab jetzt das Budget zum verkonsumieren von 300 € auf 200 € runtergeschraubt und ein Dauerauftrag für 100 € eingerichtet.

Positiver Nebeneffekt: Durch das Verschieben der Anschaffung in die Zukunft stellt sich heraus, ob man diese auch wirklich braucht. Nicht selten ist der Bedarf nach 5 Monaten sparen gar nicht mehr da.

Um so besser, dann hast du dir 500 € im wahrsten Sinne des Wortes gespart.

3. mittelfristiges Sparen (Girokonto oder Tagesgeldkonto)

Große Anschaffungen wie zum Beispiel ein neues Auto oder eine fällige Rückzahlung wie z.B. Bafög, die für die nächsten Jahre geplant sind werden in diesem Topf bespart.

Der Vorgang ist der gleiche wie für Topf 2.

 

4. langfristiges Sparen/Vermögensbildung/Altersvorsorge (Tagesgeldkonto oder Aktiendepot)

Eigenkapital für das eigene Haus oder die Altersvorsorge gehen in diesen Topf. Dieser kann entweder ein Tagesgeldkonto oder auch ein Aktiendepot sein oder auch aufgeteilt auf beides, das ist völlig egal.

Wichtig ist nur folgendes: Diese Rate wird festgelegt und bleibt. Die einzige Änderung, die es hier gibt ist nach oben.

Und genau das ist der Trick bei der ganzen Sache.

Denn angenommen ihr kriegt eine Gehaltserhöhung von 200 €, mit Hilfe der hedonistischen Adaption wären die ratzfatz wieder weg.

Passt ihr aber direkt im ersten Monat des neuen Gehalts die Sparrate für Topf 4 auf 200 € an, dann seid ihr sicher, dass die Gehaltserhöhung auch wirklich einen Unterschied macht und nicht im Nirvana der Konsumversuchungen verpufft.

(Was nicht heisst, dass der Konsumtopf nicht hin- und wieder auch mal aufgestockt werden darf.)

Geld sparen lernen
Super Extended Version

Ihr müsst natürlich nicht zwangsläufig vier verschiedene Konten haben, grade zu Beginn reicht ein Girokonto und ein Tagesgeldkonto vollkommen aus.

Wichtiger ist was in eurem Kopf passiert:

  1. Dass ihr lernt automatisiert zu sparen
  2. Dass ihr von vornherein den unantastbaren langfristigen Sparbetrag vom Konsumsparen abtrennt
  3. Wenn das Einkommen steigt primär der langfristige Topf mehr gefüllt wird statt dem Konsumtopf

Und dieses Denken, das nennt man Mindset und ist das ganze Geheimnis.

Fragen, Anregungen zum Thema Geld sparen lernen? Lob oder Kritik? Dann schreibt einen Kommentar!

Categories: Persönliche Finanzen

Leave A Reply

Your email address will not be published.